Fachseminar 2002 –
Technik im Zeitalter der zusammenwachsenden Medien |
Dank des attraktiven Programms und den
hochkarätigen Vortragenden wurde das Fachseminar der SALZBRENNER STAGETEC
MEDIAGROUP, gehalten am 15./16. sowie am 17./18. April 2002 im Kloster
Banz, auch dieses Mal wieder ein großer Erfolg.
Erstmalig waren nicht nur die Besucher vor Ort live dabei, sondern
auch eine große Anzahl von Online-Zuschauern im Web. Mit breitbandigem
DSL-Zugang konnten sie bei erstaunlich guter Bildqualität und hoher
Sprachverständlichkeit den Vorträgen sogar in Vollbildgröße folgen.
Mit diesem Angebot unterstrich der Veranstalter das Motto des Seminars,
das da hieß: Technik im Zeitalter der zusammenwachsenden Medien. |
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On-Demand
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| Mitschnitte
von Montag (15.04.2002) und Mittwoch (17.04.2002) |
10:30 …11:15
Anmoderation |
Merkmalsextraktion,
Metadaten, MPEG 7: Inhaltsbasierte Techniken zum Umgang mit
multimedialen Daten
Dr.-Ing. Jürgen Herre, Eric Allamanche
Fraunhofer Institut für integrierte Schaltungen Erlangen |
11:30…12:15
Anmoderation |
Digitale
Ton-Vor- und Aufbereitung im Theater
Klaus Dobbrick
Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin |
15:00…15:45
Anmoderation |
Raumklangwiedergabe
und der MPEG-4 Standard: Das Projekt CARROUSO
Dr. Rudolf Rabenstein
Universität Erlangen-Nürnberg |
16:30…17:15
Anmoderation |
Psychoakustik
als Wegweiser für Audioentwicklungen
Dr. Günther Theile
Institut für Rundfunktechnik |
17:30…18:15
Anmoderation |
Surround-Sound:
Der Status Quo
Wolfgang Ellers
Tonmeister
Dieser Vortrag mit Originalaufnahmen verschiedenster
Herkunft darf aus urheberrechtlichen Gründen leider NICHT ins Internet übertragen
werden! |
| 19:00… open end |
Workshop
Mehrkanalmischung
Wolfgang Ellers
Tonmeister
Dieser Vortrag mit Originalaufnahmen verschiedenster
Herkunft darf aus urheberrechtlichen Gründen leider NICHT ins Internet übertragen
werden! |
| Mitschnitte
von Dienstag (16.04.02) und Donnerstag (18.04.02) |
8:30…9:00
Anmoderation |
Streaming
Solutions im Internet: Eine Alternative zum klassischen Angebot
via Satellit und Terrestrik
Axel Funck
T-Systems |
9:00…9:45
Anmoderation |
Simultanvergleiche
in der Sport-Berichterstattung
Benoit Gisler
Dartfish |
10:30…11:15
Anmoderation |
Kamerablickwinkel
- gestern, heute, morgen
Eduard Palasan
PLAZAMEDIA |
| 11:30…12.00 |
Möglichkeiten
mobiler Übertragungstechnik
Peter Flückiger
tpc |
| 12:00…12:30 |
Produktionsstandorte
mit fixen und mobilen Glasfasernetzen
Peter Flückiger
tpc |
14:15…15:00
Anmoderation |
Kritische
Parameter bei Studiomonitoren
Joachim Kiesler
Musikelectronic Geithain |
15:45…16:30
Anmoderation |
Das
virtuelle Studio: Ein neues Produktionsmittel
Hubert Graf
Institut für Rundfunktechnik |
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Zwischen Ton, Bild und neuen Medien:
Das Fachseminar im Kloster Banz |
Video-
und Tonübertragung über im Berg verlegte Glasfasern bei der Worldcup-Übertragung
in St. Moritz (tpc zürich ag)
Im
April 2002 lud die SALZBRENNER STAGETEC MEDIAGROUP – inzwischen schon
zum siebten Mal – zum Fachseminar ins Kloster Banz ein. Das Seminar,
das in Zusammenarbeit mit dem VDT und der srt angeboten wurde, stand
unter dem Motto »Technik im Zeitalter der zusammenwachsenden Medien« und
bot erstmals nicht nur Themen rund um den Ton an. Vielmehr lag der
Schwerpunkt beim zweiten Seminartag auf Vorträgen rund ums Bild.
Das hatte einen guten Grund: Durch die erst im Januar erfolgte Gründung
der TV-Produktionsfirma tpc international, eine Kooperation zwischen
der SALZBRENNER STAGETEC MEDIAGROUP und der Schweizer tpc zürich
ag, konnte man auf ein großes Know-How sowie auf genügend technische
Unterstützung des Seminars auch im Videobereich zurückgreifen. |
Die Themen rund ums Bild …
Benoit Gisler im Gespräch mit dem Seminarmoderator
Gerhard Steinke
So
kamen fast alle Referenten des Video-Thementages auf Initiative von
tpc und brachten mit zahlreichen Beispielvideos eine für Tonkreise
ungewohnt bunte Abwechslung in den Seminarraum. Den Auftakt dieses
Themenbereichs übernahm Benoit Gisler von Dartfish mit seinem
Vortrag über Simultanvergleiche bei Sportübertragungen.
Er zeigte darin die Möglichkeiten auf, wie man mit Hilfe von
aufwändiger Rechnertechnik zwei Sportler und ihre Stile miteinander
vergleichen kann. Diese Methode wurde in der letzten Saison erstmals
breit im Fernsehen bei der Übertragung von Skirennen eingesetzt,
wo man zwei Skifahrer in der gleichen Phase der Abfahrt im gleichen
Bild sehen konnte. |
Eduard Palasan bei seinem Vortrag über
Kamerablickwinkel
Eduard Palasan von PLAZAMEDIA schloss mit einem Beitrag über
Kamerablickwinkel und neue Kamerasysteme an. Auch hier liegt das Haupteinsatzgebiet
beim Sport, sei es beim außerordentlich schnellen Eishockey oder
beim Fußball. Um näher ans Geschehen und an die einzelnen
Akteure zu kommen, setzt PLAZAMEDIA verschiedene Spezialkameras ein,
die ferngesteuert, klein und außerordentlich robust sind. |
Peter Flückiger bei seinem Vortrag über
Glasfaser-Verkabelung
Gleich über zwei Themen referierte Peter Flückiger,
Leiter der Außenproduktion Ton bei der tpc zürich ag. In
seinem Eingangsvortrag stellte er die vielen Variationen der mobilen Übertragungstechnik
mit Kameras auf Motorrädern, Hubschraubern und Flugzeugen vor.
In diesem Bereich hat die tpc traditionell ihren Schwerpunkt, was
sich in ihren bekannt gewordenen Produktionen wie der Übertragung
einer Eiger-Nordwand-Besteigung, der Übertragung von Skirennen
und Fahrradrennen deutlich macht. |
Der Vortrag von Peter Flückiger über mobile Übertragungstechnik
wurde mit detaillierten Bildern unterstützt.
In seinem zweiten Teil sprach Peter Flückiger über
die Möglichkeiten von fest installierten und temporär verlegten
Glasfasern in der Außenübertragungstechnik. Auch in diesem
Gebiet kann die tpc auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen,
da sie nicht nur für die Übertragungswagen auf eine reine
Glasfaserverkabelung zurückgreift, sondern auch bei Sportevents
vor Ort Kabelnetze verlegt oder vorhandene Netze nutzt. |
Hubert Graf erläuterte in seinem Vortrag die Möglichkeiten
des virtuellen Studios
Den Abschluss des eher TV-orientierten Thementages bildete
ein Vortrag von Hubert Graf, Institut für Rundfunktechnik, über
virtuelle Studios und ihre Möglichkeiten. Kombinationen von virtueller
und echter Studioumgebung bis hin zu rein animierten Kulissen sind
mit dieser Technik möglich. |
… und um den guten Ton
Der erste Seminartag stand im Zeichen des Tons, aber auch der Metadaten
und der Datenreduktion und Psychoakustik. Viele der Vorträge
sind in Zusammenarbeit mit dem VDT eingeplant worden und passten
deshalb inhaltlich auch gut zu dem parallel zum Seminar stattfindenden
Gründungstreffen der neuen VDT-Fachgruppe für neue Medien.
Volle Konzentration gab es bei dem Beitrag
von Dr. Jürgen
Herre über Metadaten und MPEG-7
Den Einstieg ins Seminar nahm Dr. Jürgen Herre vom Fraunhofer
IIS in Erlangen mit einem Vortrag über Metadaten und MPEG-7
vor. Darin beschrieb er die verschiedenen Möglichkeiten, wie
man Metadaten teilweise automatisch und teilweise manuell generieren
kann. In der Zukunft wird die Bedeutung von Metadaten noch stark
ansteigen, »Metadaten werden in Zukunft mindestens so wichtig
sein wie die AV-Dateien selbst!« meint Jürgen Herre.
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| Dr. Rudolf Rabenstein von der Universität Erlangen-Nürnberg
schloss mit einem thematisch passenden Vortrag über MPEG-4 und
dessen Einsatz zur Wiedergabe von Raumklang im Rahmen des Carrouso-Projektes
an. Darin erläuterte er die objektorientierte Funktionsweise von
MPEG-4 bis hin zur Wellenfeldsynthese, die eine völlig neue Art
der Raumklangwiedergabe zur Verfügung stellt. |
Die drei Referenten Dr. Rudolf Rabenstein
(Universität Erlangen), Dr. Günther Theile (IRT) und
Dr. Jürgen Herre (Fraunhofer IIS) widmeten sich den Themenkreisen
MPEG-4, MPEG-7, Carrouso und den psychoakustischen Grundlagen dazu.
Ebenfalls in diese Thematik passte der Vortrag von Dr.
Günther Theile vom Institut für Rundfunktechnik. Er sprach über
Psychoakustik als Wegweiser für Audioentwicklungen und bezog sich
dabei auch auf das Carrouso-Projekt. In gewohnt mitreißender
Art wagte er eine Reise durch die gesamte Psychoakustik bis hin zu
den heutigen Versuchsanordnungen für Aufnahme und Wiedergabe-Setups
zur Wellenfeldsynthese. |
Normalerweise spielte es eine Nebenrolle,
aber zum Workshop Surroundsound wurde es in die Saalmitte gestellt:
das transportable CANTUS des tpc-Rüstwagens, hier bedient
von Dr. Klaus-Peter Scholz von Stage Tec.
Die praktische Seite des Raumklangs, nämlich den
Status-Quo heutiger Surroundsound-Aufnahmen, beleuchtete Wolfgang Ellers.
Dabei führte er zahlreiche DVD-Beispiele vor, denen verschiedene
Konzepte der Surround-Abmischung zugrunde liegen. Für seinen Vortrag
war eigens eine Beschallungsanlage von Musikelectronic Geithain installiert
worden. Am Abend schloss Wolfgang Ellers mit einem Workshop an, in
dem die Teilnehmer selbst eine Livemischung von Mehrkanalaufnahmen
vornehmen konnten. Dazu wurde das transportable CANTUS-Mischpult aus
dem tpc-Rüstwagen in die Saalmitte und an die optimale Abhörposition
der Geithain-Beschallung gestellt. |
Klaus Dobbrick erläuterte die Vielfalt
der Tonproduktionen und Medienproduktionen im Theater.
Aus der Welt des Theaters berichtete Klaus Dobbrick von
der Volksbühne Berlin. In diesem traditionell modernen Haus werden
schon seit langem multimediale Elemente künstlerisch eingesetzt,
was bis hin zu einer Produktion im Internet reichen kann. Insofern
war sein Titel »Ton im Theater« eher als Arbeitstitel zu
verstehen, denn neben reinem Ton betreuen die Tonmeister im Theater
heute auch sämtliche andere Medien. |
| Ganz kurzfristig als Ersatz für einen ausgefallenen
Vortrag hat Joachim Kiesler von Musikelectronic Geithain ein experimentelles
Referat über die Problematik der Positionierung von Studiolautsprechern
im Regieraum gehalten. Anhand der vor Ort vorhandenen MEG-Monitore
zeigte er den Einfluss von Reflexionen, wie sie üblicherweise
von einem Mischpult im Regieraum hervorgerufen wurden. Der Clou bei
diesem Vortrag: Mit einem Tisch, der das Mischpult simulierte, und
einem Messgerät wurden die verschiedenen Positionierungen der
Lautsprecher zum Pult nachvollzogen und die Auswirkungen auf die Abhörbedingungen
durchgemessen. |
Axel Funck bei seinem Vortrag über Streaming
im Internet
Zusammenwachsende Medien bedeutet heute auch vielfach
die Mitnutzung des Internets. Zu diesem Bereich, nämlich zum Streaming
von Bild und Ton im Internet, referierte Axel Funck von T-Systems.
Für manche Anwendungsgebiete stellt das Internet heute eine optimale
Plattform zur Verteilung von Bild- und Toninhalten dar, besonders wenn
man eine kleine, spezielle Zielgruppe erreichen möchte. Er stellte
die Streamingdienste den Möglichkeiten des terrestrischen Sendens
gegenüber und zeigte den heutigen Stand der Technik auf, den man
auch auf dem Streamingrechner der Telekom vor Ort direkt beurteilen
konnte. |
Gerhard Steinke lockerte mit seinen pointierten
Moderationen das Seminar auf und schaffte einen roten Faden zwischen
den einzelnen Vorträgen der beiden Seminartage.
Zwischen den Vorträgen sorgte Gerhard Steinke als
Moderator für die passenden Überleitungen und Hintergrundwissen.
Mit seinem bekannten Sprachwitz sorgte er für Auflockerung zwischen
den oft sehr tief gehenden Themen und gleichzeitig setzte er mit gut
recherchierten Fakten die verschiedensten Aspekte des Seminars in einen
Gesamtzusammenhang. Die besten seiner Moderationen haben wir für
seine wachsende Fangemeinde zum Abruf ins Web gestellt (Deutsche Version). |
Vor Ort und am Bildschirm
Nicht nur bei der Auswahl der Vorträge, sondern auch die Liveübertragung
des Seminars ins Internet wurde tatkräftig vom tpc-Team unterstützt,
das ein fertig geschnittenes Videosignal samt digitalem Ton anlieferte.
Diese zunächst als thematisch passendes Gimmick gedachte Übertragung
schlug als voller Erfolg ein. Besonders die qualitativ hochwertige Übertragung
für Breitbandzugänge (DSL, Firmenzugänge) wurde von
zahlreichen Interessierten genutzt, die überwiegend mehrere
Stunden am Stück zuschauten.
Den etwa 100 Teilnehmern vor Ort wurde jedoch mehr geboten, denn
viele Details – wie etwa eine Surround-Beschallung mit Beispielen
verschiedener Mischungsphilosophien – lassen sich auch bei
bester Qualität nicht ins Netz übertragen. Auch die Möglichkeit,
selbst die verschiedenen Mischmethoden unter Anleitung auszuprobieren,
wurde in den Abendstunden vielfach angenommen. Tagsüber blieb
während der Pausen noch genügend Zeit für den Meinungsaustausch
untereinander und für den direkten Kontakt zu den Referenten. |
Viele Beteiligte
Die Tonregie des Ü2 von tpc international,
der das Seminar vom Klosterhof aus technisch unterstützt hat.
Für seine kleine, aber wohlsortierte Produktausstellung der
beteiligten Firmen ist das Seminar schon seit einigen Jahren bekannt
und hatte auch diesmal wieder interessante Highlights. So war der
große TV-Übertragungswagen von tpc international im Klosterhof
geparkt und lud zu Besichtigungen ein.
Neben der als Saalbeschallung installierten Anlage stand Musikelectronic
Geithain noch mit weiteren Modellen und mit viel Hintergrundinformationen
während des Seminars zur Verfügung. |
Uwe Seyfert von For-Tune im Gespräch
mit einem Seminarteilnehmer
For-Tune, der deutsche Vertrieb des 24-Bit-Mikrofonwandlers
TrueMatch RMC von der SALZBRENNER STAGETEC MEDIA-GROUP, zeigte eine
Auswahl hochwertiger Studiogeräte seiner Vertriebspalette.
Die Firmen PLAZAMEDIA und tv skyline stellten verschiedene Kamerasysteme
aus, die auch von den Teilnehmern selbst probeweise bedient werden
konnten.
Und schließlich war in einem kleinen Nebenraum, akustisch
vom Geschehen getrennt, ein Streaming-Setup der Telekom zu sehen,
mit dem das gesamte Seminar in ISDN- und DSL-Qualität live ins
Netz gestreamt wurde. |
Alle Jahre wieder
Das Seminar im Kloster Banz ist für die SALZBRENNER STAGETEC
MEDIAG-ROUP schon seit Jahren ein fest eingeplanter Event geworden.
Jedes Jahr ein Seminar ist aber nicht gleichzusetzen mit Wiederholung – höchstens
mit einer Routine, die sich auch in diesem Jahr wieder in der perfekten
Seminarplanung in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Renner
zeigte. Ansonsten bewies der Veranstalter einmal mehr, dass er seine
international besuchten Seminare thematisch vielfältig und vor
allem inhaltlich kompetent und interessant gestaltet. Ein besonderer
Dank gilt deshalb den Partnern VDT und SRT sowie den vielen, engagierten
Referenten, die das Thema der zusammenwachsenden Medien mit Leben
gefüllt haben! |